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Gesetz über den Lektorendienst

vom 15. Mai 1988

(ABl. 1988 S. 81)

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§ 1

( 1 ) Lektorendienst ist Verkündigungsdienst in der Gemeinde.
( 2 ) Durch die Lektoren/Lektorinnen sollen die Mitarbeit der Gemeinde am und im Gottesdienst gefördert und der regelmäßige Gottesdienst in den Gemeinden gewährleistet werden.
( 3 ) Für das Halten eines Gottesdienstes ist der Lektor/die Lektorin an die vom Landeskirchenrat zur Verfügung gestellte Lesepredigt gewiesen.
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§ 2

( 1 ) Die Lektoren/Lektorinnen sind an die landeskirchlichen und kirchengemeindlichen Ordnungen gebunden.
( 2 ) Der zuständige Pfarrer bespricht mit dem Lektor/der Lektorin den Dienst.
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§ 3

( 1 ) Zum Lektor/zur Lektorin kann berufen werden, wer
  1. Glied der Landeskirche ist,
  2. die Voraussetzungen für die Wählbarkeit zum Presbyteramt besitzt und
  3. an der landeskirchlichen Ausbildung erfolgreich teilgenommen hat.
( 2 ) Von dem Erfordernis des Absatzes 1 Nr. 3 kann abgesehen werden, wenn der/die zu Berufende bereits in einer anderen Landeskirche zum Lektor/zur Lektorin berufen war.
( 3 ) Zum Lektor/zur Lektorin kann nicht berufen werden, wer hauptamtlich im Verkündigungsdienst tätig ist oder in der Ausbildung für diesen Dienst steht.
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§ 4

1 Das Presbyterium schlägt dem Landeskirchenrat Gemeindeglieder für die Berufung zum Lektor/zur Lektorin vor. 2 Dem Vorschlag ist eine Erklärung beizufügen, aus der hervorgeht, dass der/die Vorgeschlagene bereit ist, den Lektorendienst zu übernehmen und ihn nach den Vorschriften dieses Gesetzes zu führen. 3 Der Dekan nimmt zu dem Vorschlag Stellung.
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§ 5

( 1 ) 1 Der Landeskirchenrat beruft den Lektor/die Lektorin. 2 Über die Berufung wird eine Urkunde ausgestellt.
( 2 ) 1 Die Berufung erfolgt auf fünf Jahre. 2 Sie kann erneuert werden; die Vorschriften des § 4 gelten entsprechend.
( 3 ) 1 Die Berufung erfolgt für den Bereich einer Kirchengemeinde. 2 In begründeten Fällen kann der Lektor/die Lektorin auch außerhalb dieses Bereiches eingesetzt werden.
( 4 ) Der Lektor/die Lektorin wird in einem Gottesdienst der Gemeinde, für die er/sie berufen ist, durch den Gemeindepfarrer eingeführt und zu seinem/ihrem Dienst verpflichtet.
( 5 ) Der Lektor/die Lektorin ist zur Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen verpflichtet.
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§ 6

Die Lesepredigten werden den Lektoren/Lektorinnen vom Landeskirchenrat zur Verfügung gestellt.
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§ 7

( 1 ) 1 Die Berufung zum Lektor/zur Lektorin endet mit Ablauf der Zeit, für die er/sie berufen ist. 2 Der Lektor/die Lektorin kann jederzeit den Dienstauftrag zurückgeben.
( 2 ) Die Berufung zum Lektor/zur Lektorin endet auch, wenn die Voraussetzungen des § 3 nicht mehr gegeben sind.
( 3 ) Bei Wohnsitzwechsel bedarf der Dienst in der neuen Gemeinde der Zustimmung des zuständigen Presbyteriums.
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§ 8

( 1 ) Die Berufung zum Lektor/zur Lektorin ist zu widerrufen, wenn der Lektor/die Lektorin sich nicht an die landeskirchlichen und kirchengemeindlichen Ordnungen hält.
( 2 ) Die Berufung zum Lektor/zur Lektorin kann widerrufen werden, wenn Umstände eintreten, die die Ausübung des Amtes ernsthaft behindern.
( 3 ) Der Widerruf wird vom Landeskirchenrat ausgesprochen.
( 4 ) Endet die Berufung zum Lektor/zur Lektorin nicht durch Fristablauf, ist die Urkunde über die Berufung an den Landeskirchenrat zurückzugeben.
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§ 9

Der Lektor/die Lektorin hält Gottesdienst in angemessener Kleidung.
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§ 10

1 Der Dienst der Lektoren/Lektorinnen wird vom Gemeindepfarrer mit dem Lektor/der Lektorin vereinbart. 2 Der Dienstplan soll sich in der Regel auf einen längeren Zeitraum erstrecken. 3 Die Vereinbarung bedarf der Genehmigung des zuständigen Dekans.
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§ 11

Der Dekan führt die Dienstaufsicht über die Lektoren/Lektorinnen.
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§ 12

Lektoren/Lektorinnen erhalten für ihren Dienst von der Landeskirche eine angemessene Aufwandsentschädigung.
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§ 13

Die Berufung zum Lektor/zur Lektorin soll im zuständigen Kirchenbezirk bekannt gegeben werden.
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§ 14

Der Landeskirchenrat erlässt die durch Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Durchführungsvorschriften.