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Gesetz
über die Ordnung der Konfirmandenarbeit

vom 26. November 1971

(ABl. 1972 S. 10)

Die Landessynode hat folgendes Gesetz beschlossen:
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Allgemeines

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§ 1

( 1 ) 1 Die Konfirmandenarbeit ist zu verstehen als Ermutigung zum Christsein. 2 Sie steht in enger Verbindung mit der Taufe.
( 2 ) Aufgabe der Konfirmandenarbeit ist die Hinführung der Konfirmanden zu selbstständiger Verantwortung als Glieder der Gemeinde Christi für die Weht.
( 3 ) Konfirmandenarbeit ist bestimmt durch folgende Funktionen und Formen: Übung, Beratung und Begleitung sowie Information, Diskussion und Aktion.
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§ 2

( 1 ) Der Konfirmationsgottesdienst ist wesentlicher Bestandteil der Konfirmandenarbeit.
( 2 ) 1 Der Konfirmationsgottesdienst ist ein Gottesdienst, welcher der besonderen Situation der Konfirmanden Rechnung zu tragen hat. 2 Er erfordert deshalb auch einen besonderen Zuspruch (Segenshandlung).
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§ 3

( 1 ) Konfirmation ist Voraussetzung zur Übernahme kirchlicher Ämter.
( 2 ) Wird die Kirchenmitgliedschaft erst nach dem vorgesehenen Konfirmationsalter erworben, können kirchliche Ämter nach der Aufnahme in die Kirche übernommen werden.
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Durchführung der Konfirmandenarbeit

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§ 4

( 1 ) 1 Die Konfirmandenarbeit beginnt in der Regel in dem Jahr, in dem das 12. Lebensjahr vollendet wird; sie endet in der Regel in dem Jahr, in dem das 14. Lebensjahr vollendet wird.
2 Auch nicht getaufte Kinder können an der Konfirmandenarbeit teilnehmen.
( 2 ) Für die Teilnahme an der Konfirmandenarbeit ist eine Anmeldung beim zuständigen Pfarrer (§ 13 Satz 1) erforderlich.
( 3 ) 1 Ausschluss von der Konfirmandenarbeit ist nur in schwerwiegenden Fällen möglich. 2 Der Ausschluss wird vom Presbyterium ausgesprochen, nachdem es den Erziehungsberechtigten Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben hat. 3 Gegen die Entscheidung ist Beschwerde an das Dekanat zulässig; ist der Pfarrer zugleich Dekan, entscheidet der Landeskirchenrat.
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§ 5

( 1 ) Die Konfirmandenarbeit soll spätestens nach den Sommerferien beginnen.
( 2 ) Der Konfirmationsgottesdienst soll in der Zeit zwischen Invokavit und Pfingsten stattfinden.
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§ 6

Die Konfirmandenarbeit umfasst in der Regel 90 Stunden.
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§ 7

Die Konfirmandenarbeit kann in Einzelstunden, in zusammengelegten Einzelstunden (Blockstunden) oder zusammengefasst in bestimmten Zeitabschnitten durchgeführt werden.
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§ 8

( 1 ) Die Konfirmandenarbeit kann in Form von Kursen, Seminaren, Freizeiten, Studienwochen und Gemeindepraktika gestaltet werden.
( 2 ) Die in Absatz 1 angeführten Formen der Konfirmandenarbeit können von den Pfarrämtern für mehrere Pfarreien sowie für den Kirchenbezirk gemeinsam geplant und durchgeführt werden; § 9 (1) ist zu beachten.
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§ 9

( 1 ) Über Zeit und Form der Konfirmandenarbeit entscheidet das Presbyterium im Benehmen mit den Erziehungsberechtigten.
( 2 ) Für andere in diesem Gesetz nicht genannte Formen der Konfirmandenarbeit bedarf das Presbyterium der Zustimmung des Landeskirchenrates.
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§ 10

Die Konfirmandenarbeit soll in mehreren Gruppen durchgeführt werden, wenn mehr als 25 Konfirmanden vorhanden sind.
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§ 11

Die Kirchengemeinde ist verpflichtet, im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel die für die Konfirmandenarbeit notwendigen Mittel bereitzustellen und für die erforderlichen Räume zu sorgen.
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§ 12

1 Über die Teilnahme an der Konfirmandenarbeit ist Nachweis zu führen. 2 Die erfolgte Konfirmation ist zu bescheinigen.
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Mitarbeiter

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§ 13

1 Verantwortlich für die Konfirmandenarbeit ist der zuständige Pfarrer (§§ 25, 26 KV). 2 Er kann im Einvernehmen mit dem Presbyterium geeignete Mitarbeiter mit der Durchführung bestimmter Aufgaben beauftragen; die Erziehungsberechtigten sind davon in Kenntnis zu setzen.
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§ 14

Mitarbeitern, die nicht vollbeschäftigt im Kirchendienst stehen, kann im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel eine Entschädigung gewährt werden.
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Rahmenplan

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§ 15

( 1 ) Der Landeskirchenrat erlässt den Rahmenplan für die Konfirmandenarbeit.
( 2 ) Der Rahmenplan soll ausreichend Arbeitsstoffe enthalten, damit nach den jeweiligen Gegebenheiten eine geeignete Auswahl für die Jahresarbeitspläne (§ 16) vorgenommen werden kann.
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Jahresarbeitspläne

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§ 16

( 1 ) Der Pfarrer erstellt mit seinen Mitarbeitern zu Beginn eines jeden Arbeitsjahres aufgrund des Rahmenplanes den Jahresarbeitsplan.
( 2 ) Der Jahresarbeitsplan ist zu Beginn jedes Arbeitsjahres dem Presbyterium und den Erziehungsberechtigten bekannt zu machen.
( 3 ) Die Durchführung der Konfirmandenarbeit ist schriftlich festzuhalten.
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Abendmahl

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§ 17

( 1 ) 1 Während der Konfirmandenarbeit soll nach einer entsprechenden Einführung den Konfirmanden das Abendmahl angeboten werden. 2 Teilnahme am Abendmahl setzt Taufe voraus. 3 Die Form der Abendmahlspraxis soll in erster Linie der Übung der örtlichen Kirchengemeinde entsprechen.
( 2 ) Im Zusammenhang mit dem Konfirmationsgottesdienst ist den Konfirmanden Gelegenheit zu geben, mit der Gemeinde das Abendmahl zu feiern.
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Konfirmandengottesdienste

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§ 18

( 1 ) 1 Die Konfirmandenarbeit beginnt und endet mit einem Gottesdienst. 2 Während der Konfirmandenarbeit sollen Gottesdienste, an denen Konfirmanden aktiv beteiligt werden, gehalten werden.
( 2 ) Der Konfirmationsgottesdienst (§ 2) erfolgt nach der hierfür erlassenen Ordnung (Agende).
( 3 ) Während der Konfirmandenarbeit berichten Pfarrer (§ 13 Satz 1), Mitarbeiter und Konfirmanden der Gemeinde von der Konfirmandenarbeit und ihren Ergebnissen.
( 4 ) Hierzu sind Presbyter und Erziehungsberechtigte besonders einzuladen.
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Sonderfälle

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§ 19

1 Wer an der Konfirmandenarbeit teilgenommen hat, aber aus zwingenden Gründen nicht am Konfirmationsgottesdienst teilnehmen konnte, kann in einem anderen Gottesdienst den besonderen Zuspruch (Segenshandlung) erfahren (§ 2 Abs. 2). 2 In Ausnahmefällen kann dies auch außerhalb eines Gemeindegottesdienstes geschehen.
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Elternarbeit

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§ 20

Aufgabe der Elternarbeit ist, die Erziehungsberechtigten zum Verständnis der Konfirmandenarbeit zu führen und ihnen Hilfe für die Begleitung ihrer Kinder in dieser Zeit zu geben.
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Übergangs- und Schlussbestimmungen

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§ 21

Der Landeskirchenrat erlässt die zu diesem Gesetz notwendigen Ausführungsbestimmungen.
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§ 22

Dieses Gesetz tritt am 1. Dezember 1971 in Kraft.